In Deutschland wird auf einer Gesamtanbaufläche von 104.000 Hektar Weinbau betrieben. Der Anteil an Weißweinreben liegt dabei bei 76%, dementsprechend der von Rotweinreben bei 24%. Die Vielfalt der unterschiedlichen Gewächse ist hierzulande am größten. Den größten Markt-Anteil mit über 21% stellt der Riesling – der wohl bekannteste Wein in Deutschland. An zweiter Stelle mit knapp 20% liegt der Müller-Thurgau. Weitere bekannte deutsche Weine sind Silvaner und Kerner – sowie bei den Roten Weinen Spätburgunder, Portugieser, Dornfelder und Trollinger.
All die bekannten und weniger bekannten Weine werden in 13 Weinanbaugebieten angebaut.
Anbaufläche: ca. 26.300 Hektar
Ernte im Schnitt: 2,6 Millionen Hektoliter
Weinbaubetriebe: circa 8000
Hauptsorten: Müller-Thurgau, Silvaner, Kerner, Riesling
Rheinhessen - Hügel und Reben - linksrheinische Gebiet zwischen Mainz, Worms und Bingen. Schon die Römer haben hier Wein angebaut. Dieser größte Weinbauregion Deutschlands bietet dem Wein ideale Bedingungen: geeigneter Boden und viel Sonne. In der Gegend um Bingen und an der bekannten Rheinstrasse vor Mainz bis kurz vor Worms prägen ansteigende Hänge entlang des Rheins den Weinbau, der "Wonnegau" und das Hügelland mit sanften Erhebungen und unverbrauchter Landschaft strahlen ein eher mediterranes Flair aus.
Großlagen: St. Rochuskapelle (Bingen, Horrweiler, Oppenheim), Abtey (GauAlgesheim, Appenheim, St. Johann), Rheingrafenstein (Volxheim, Neu-Bamberg, Wöllstein), Adelberg (Flohnheim, Bornheim, Armsheim), Kurfürstenstück (Gau-Bickelheim, Wallertheim, Gau-Weinheim), Kaiserpfalz (Schwabenheim, Ingelheim).
Großlagen: St. Alban (Mainz, Bodenheim), Domherr (Essenheim, Saulheim, Mainz), Gutes Domtal (Nierstein), Spiegelberg (Nackenheim, Nierstein), Rehbach (Nierstein), Auflangen (Nierstein), Güldenmorgen (Oppenheim, Dienheim), Krötenbrunnen (Oppenheim), Vogelsgärten (Guntersblum), Petersberg (Bechtolsheim, Gau-Odernheim, Albig), Rheinblick (Alsheim).
Großlagen: Sybillenstein (Weinheim, Alzey), Bergkloster (Gundersheim, Gundheim, Westhofen, Pilgerpfad (Bechtheim, Osthofen), Gotteshilfe (Bechtheim, Osthofen), Burg Rodenstein (Dalsheim, Niederflörsheim), Domblick (Mölsheim, Monsheim, Wachenheim, Hohen-Sülzen), Liebfrauenmorgen (Worms, Abenheim, Pfeddersheim).
Weitere Links:
Anbaufläche: ca. 23.340 Hektar
Ernte im Schnitt: 2,7 Millionen Hektoliter
Weinbaubetriebe: circa 8000
Wichtigste Rebsorten: Riesling, Müller-Thurgau und Portugieser
Die Pfalz besitzt eine Weinbautradition, die bis in die „Vor-Römer-Zeit" zurückreicht. Trotz dieser langen Tradition waren die Weine der Pfalz lange Zeit relativ unbekannt. Dies änderte sich erst, nachdem man 1935 das Gebiet von Bockenheim am nördlichen Ende bis Schweigen mit seinem berühmten „Deutschen Weintor" an der französischen Grenze, zur „Deutschen Weinstraße" ernannte. Auf einer Länge von 85 KM, entlang des Haardt-Gebirges und ausschließlich am westlichen Rand des Rheingrabens, erstreckt sich das zweitgrößte Weinananbaugebiet Deutschlands mit ca. 8.000 Weinbaubetrieben. Das Klima ist hier ideal für den Weinbau, da die Pfalz zu den wärmsten deutschen Regionen zählt. Hier erwacht die Vegetation bis zu einem Monat früher aus dem Winterschlaf als im Norden. Die Rebflächen werden in Hanglagen und flache Lagen unterteilt. Die Hanglagen mit ihren Schiefer- und Kreideböden lassen hier körperreiche, rassige Weine, mit einem typischen mineralischen Geschmack entstehen, die flachen Lagen mit ihren sandigen Böden dagegen bringen leichte und süffige Weine hervor. Auf den Abhängen entstehen Weine, die dazu beigetragen haben, den deutschen Wein weltberühmt zu machen.
Großlagen: Schnepfenflug vom Zellertal (Zell), Grafenstück (Bockenheim, Kindenheim, Mülheim), Höllenpfad (Grünstadt,
Sausenheim, Asselheim, Neuleiningen), Schwarzerde (Dirmstein, Kirchheim an der Weinstraße), Feuerberg (Bad Dürkheim),
Honigsäckel (Ungstein), Hochmeß (Bad Dürkheim), Schenkenböhl (Bad Dürkheim, Wachenheim an der Weinstraße), Schnepfenflug
an der Weinstraße (Forst an der Weinstraße), Mariengarten (Forst an der Weinstraße), Hofstück (Deidesheim, Ruppertsberg),
Meerspinne (Königsbach, Gimmeldingen), Rebstöckel (Hambach. Diedesfeld), Pfaffengrund (Diedesfeld, Hambach, Lachen,
Duttweiler)
Großlagen: Mandelhöhe (Maikammer, Kirrweiler), Schloß Ludwigsburg (St. Martin, Edenkoben), Ordensgut (Rhodt unter
Rietburg, Hainfeld, Edesheim), Trappenberg (Altdorf, Bornheim, Hochstadt, Weingarten). Bischofskreuz (Burrweiler,
Flemlingen, Böchingen, Nußdort), Königsgarten (Frankweiler, Siebeldingen, Birkweiler). Herrlich (Leinsweiler, Göcklingen,
Ilbesheim. Herxheim bei Landau), Kloster Liebfrauenberg (Steinweiler, Hergersweiler, Gleiszellen, Bad Bergzabern,
Kapellen), Guttenberg (Bad Bergzabern, Dörrenbach, Schweigen).
Weitere Links:
Anbaufläche: ca. 16.000 Hektar
Ernte im Schnitt: 1,5 Millionen Hektoliter
Weinbaubetriebe: circa 2000, davon 117 Winzergenossenschaften
Hauptsorten: Müller-Thurgau, Spätburgunder und Grauburgunder
Großlage: Tauberklinge.
Großlagen: Rittersberg, Mannaberg, Stiftsberg, Hohenberg.
Großlagen: Schloß Rodeck, Fürsteneck.
Großlagen: Schutterlindenberg, Burg Lichteneck, Burg Zähringen.
Großlage: Vulkanfelsen.
Großlage: Attilafelsen.
Großlagen: Lorettoberg, Burg Neuenfels, Vogtei Rötteln.
Großlage: Sonnenufer
Anbaufläche: ca. 20.500 Hektar
Ernte im Schnitt: 1,4 Millionen Hektoliter
Weinbaubetriebe: circa 15000
Wichtigste Rebsorten: Riesling, Müller-Thurgau und Elbling
Ein weiteres Zentrum aus Sicht des Weinbaus ist das Gebiet entlang von Mosel, Saar und Ruwer. Den größten Anteil stellt der Weinbau entlang der Mosel. Auf einer Länge von 238 KM, von der deutsch-französischen Grenze bis zur Mündung in den Rhein bei Koblenz wird Wein angebaut. Etwa 12% der gesamten Traubenernte in Deutschland werden hier eingebracht. Die unumstrittene Nummer eins, mit mehr als der Hälfte der gesamten Anbaufläche ist hier der Riesling. Dieses Anbaugebiet gehört zu den kühlsten Anbaugebieten der Welt. Die Trauben reifen hier allmählich, bedingt durch eine enorme Lichtfülle und zusätzlich noch verstärkt durch die Spiegelung auf dem Wasser bis in den November hinein. Die Weine dieser Region zeichnen sich besonders durch eine große geschmackliche Harmonie aus.
Gegliedert wird das gesamte Gebiet in 5 Bereiche:
Der Unterlauf der Mosel, von Koblenz über Cochem, Bremm mit dem wohl „steilsten Weinberg Deutschlands" bis
nach Zell bezeichnet man als Bereich Zell / Mosel (Untermosel) oder auch als Terrassenmosel.
Großlagen: Weinhex (Winningen), Goldbäumchen (Pommern, Cochem, Ernst, Ellenz), Rosenhang (Cochem, Valwig, Briedern,
Senheim), Grafschaft (Zell), Schwarze Katz (Zell).
Daran schließt sich der Bereich Mittelmosel, eine der schönsten Weinlandschaften der Welt an. Er reicht über
Traben-Trabach, Bernkastel-Kues, Trittenheim bis nach Longuich. Die Mittelmosel steht in dem Ruf, den Moselwein
berühmt gemacht zu haben.
Großlagen: Vom heißen Stein (Reih, Schwarzlay (Ürzig), Nacktarsch (Kröv), Münzlay (Zeltingen, Wehlen, Graach),
Badstube (Bernkastel), Kurfürstlay (Bernkastel, Braune-berg), Michelsberg (Piesport), St.Michael (Leityen, Klüsserath,
Thörnich, Detzem), Probstberg (Longuich).
Bereich Saar und Ruwer.
Der Weinbau an der Ruwer umfasst das Tal der unteren Ruwer. Auf den letzten fünf Kilometern vor der Mündung
in die Mosel wird Weinbau berieben. Eitelsbach, Mertesdorf und Kasel gehören zu den besonderen Weinbauorten
im Bereich Ruwer. Der Unterlauf der Saar mit Ihren Seitentälern, von Serrig über Saarburg, Ockfen, Wiltingen
bis Konz, wo die Saar in die Mosel mündet, wird Wein angebaut.
Großlagen: Römerlay (Trier, Waldrach), Scharzberg (Wiltingen, Ockfen).
Die Obermosel erstreckt sich weiter moselaufwärts, bis zur Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Zentrum des Weinbaus hier ist Nittel.
Großlagen: Königsberg (Mesenich), Gipfel (Nittel, Wicheringen).
Der kleinste und auch letzte Bereich Moseltor umfasst die Weinberge der Mosel, die sich auf saarländischem
Boden befinden. Zu 90% wird hier Elbling angebaut.
Großlage: Schloß Bübinger (Perl).
Anbaufläche: ca. 11.000 Hektar
Ernte im Schnitt: 1, 1 Millionen Hektoliter
Weinbaubetriebe: circa 16.000
Wichtigste Rebsorten: Riesling, Trollinger und Schwarzriesling
Großlagen: Tauberberg, Kocherberg.
Großlagen: Staufenberg, Lindelberg, Salzberg, Schozachtal, Wunnenstein, Kirchenweinberg,
Heuchelberg, Stromberg, Schalkstein.
Großlagen: Weinsteige, Kopf, Wartbühl, Sonnenbühl, Hohenneuffen.
Großlage: Lindauer Seegarten.
Anbaufläche: ca. 6.000 Hektar
Ernte im Schnitt: 530.000 Hektoliter
Weinbaubetriebe: circa 7.700
Wichtigste Rebsorten: Müller-Thurgau, Silvaner und Bacchus
Großlagen: Reuschberg (Hörstein), Heiligenthal (Großostheim).
Großlagen: Burg (Hammelberg), Roßtal (Karlstadt), Ravensburg (Thüngersheim), Marienberg (Würzburg), Ewig Leben (Randersacker), Teufelstor (Eibelstadt), Ölspiel (Sommerhausen), Markgraf Babenberg (Frickenhausen), Hofrat (Kitzingen), Honigberg (Dettelbach), Kirchberg (Volkach), Engelsberg (Sommerach).
Großlagen: Zabelstein (Donnersdorf), Steige (Oberschwarzach), Kapellenberg (Zeil am Main), Schild (Abtswind),
Herrenberg (Castell), Schloßberg (Rödelsee), Burgweg (Iphofen), Frankenberger Schloßstück (Ippesheim, Weigenheim),
Ipsheimer Burgberg (Ipsheim).
Anbaufläche: ca. 4.600 Hektar
Weinbaubetriebe: circa 2 000
Wichtigste Rebsorten: Riesling, Müller-Thurgau und Silvaner
Großlagen: Schloßkapelle (Münster, Münster-Sarmsheim, Windesheim, Guldental), Sonnenborn (Langenlonsheim), Pfarrgarten (Dalberg, Wallhausen, Gutenberg), Kronenberg (Bad Kreuznach, Bretzenheim), Rosengarten (Mandel, Roxheim, Rüdesheim), Paradiesgarten (Monzingen. Meddersheim, Obermoschel), Burgweg (Norheim, Niederhausen/Nahe, Schloßböckelheim).
Anbaufläche: ca. 3.220 Hektar
Ernte im Schnitt: 280 000 Hektoliter
Weinbaubetriebe: circa 1500
Wichtigste Rebsorten: Riesling, Spätburgunder und Müller-Thurgau
In Darmstadt beginnt die Hessische Bergstraße. Der Name steht nicht nur für das Anbaugebiet. Er ist gleichzeitig die Beschreibung für eine Verbindung malerischer Weinorte, zu denen etwa Seeheim, Zwingenberg, Bensheim oder Heppenheim zählen, bevor die Hessische in die Badische Bergstraße übergeht.
Großlagen: Burgweg (Lorch, Rüdesheim), Steil (Assmannshausen), Erntebringer (Geisenheim, Winkel), Gottesthal
(Oestrich), Deutelsberg (Hattenheim), Honigberg (Erbach), Mehrhölzchen (Hallgarten), Heiligenstock (Kiedrich), Steinmächer
(Rauenthal), Daubhaus (Hochheim).
Die Großlage Winkeler Honigberg wurde 1994 in die Lage Johannisberger Erntebringer integriert. Die unter der alten
Bezeichnung produzierten Weine sind jedoch noch im Handel.
Anbaufläche: ca. 620 Hektar
Ernte im Schnitt: 20 000 Hektoliter
Weinbaubetriebe: circa 30
Wichtigste Rebsorten: Müller-Thurgau, Weißburgunder und Silvaner
Großlagen: Kelterberg (Höhnstedt), Schweigenberg (Freyburg), Blütengrund (Großjena), Göttersitz (Naumburg).
Anbaufläche: ca. 570 Hektar
Weinbaubetriebe: circa 700
Wichtigste Rebsorten: Riesling, Müller-Thurgau und Späturgunder
Man bezeichnet das Gebiet entlang des Rheins von Bingen bis Bonn, sowie von Koblenz entlang der Nahe bis hinter Nassau als Anbaugebiet Mittelrhein. Zwischen Bingen und Koblenz wird Weinbau sowohl links- als auch rechtsrheinisch betrieben, ab Koblenz nur noch rechtsrheinisch.
Großlage: Petersberg.
Großlagen: Burg Hammerstein (Hammerstein, Leutsdorf), Lahntal (Obernhof), Marksburg (Vallendar. Koblenz), Gedeonseck
(Boppard, Bopparder Hamm). Burg Rheinfels (St. Goar, Loreleyfelsen (St. Goarshausen), Schloß Schönburg (Oberwesel),
Herrenberg (Kaub), Schloß Stahleck(Bacharach), Schloß Reichenstein (Oberheimbach).
Anbaufläche: ca. 520 Hektar
Weinbaubetriebe: circa 560
Wichtigste Rebsorten: Spätburgunder, Portugieser und Riesling
Oberhalb von Koblenz mündet die Ahr in den Rhein. Im Mündungsgebiet, da linksrheinisch gibt es kein Weinbau. Folgt man jedoch der Ahr flussaufwärts, stößt man nach einigen Kilometern auf die ersten Weinberge. Hier beginnt dann das Weinbaugebiet Ahr. Von Bad Neuenahr-Ahrweiler bis hinter Altenahr wird überwiegend Rotwein angebaut.
Großlage: Klosterberg (Ahrweiler. Walporzheim. Dernau, Altenahr).
Anbaufläche: ca. 460 Hektar
Ernte im Schnitt: 35.000 Hektoliter
Weinbaubetriebe: circa 1000
Wichtigste Rebsorten: Riesling, Müller-Thurgau und Grauburgunder
Großlagen: Rott (Auerbach), Wolfsmagen (Bensheim), Schloßberg (Heppenheim).
Anbaufläche: ca. 410 Hektar
Ernte im Schnitt: 15 500 Hektoliter
Weinbaubetriebe: ca. 12
Wichtigste Rebsorten: Müller-Thurgau, Riesling und Weißburgunder
Großlagen: Schloßweinberg (Seußlitz), Spaargebirge (Meißen), Lößnitz (Radebeul), Elbhänge (Dresden).
24. Oktober 2006©
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